Die Erzdiözese Hamburg gibt ihren Verwaltungsstandort in Schwerin auf. Die Gebäude dort waren in den 1970er Jahren errichtet worden, als Schwerin Teil der DDR war und das Erzbistum Hamburg noch lange nicht existierte – die kirchlichen Strukturen waren also völlig anders als heute.
„Neben dem Rückgang der Kirchenmitgliederzahlen werden bis zum Jahr 2040 auch weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Seelsorge prognostiziert“, berichtete das Erzbistum. Man stelle sich „mit dem Projekt ‚SeSam‘ derzeit darauf ein und wird fünf Regionen mit sogenannten ‚Basisstationen‘ ausbauen“.
„Eine davon soll in der Pfarrei St. Anna in Schwerin aufgebaut werden“, hieß es. „Mit mehr Personal soll auf diese Weise in Westmecklenburg eine verlässliche Erreichbarkeit und Sichtbarkeit der Seelsorge über Pfarreigrenzen hinweg zukünftig gesichert werden. Die Basisstation in Schwerin befindet sich derzeit in der Umsetzungsphase und ist eine der ersten beiden Pilotprojekte im Erzbistum.“
Ab der zweiten Jahreshälfte sollen an dem Verwaltungsstandort, mit dem die Kirche St. Martin verbunden ist, keine Messen und anderweitige Gottesdienste mehr gefeiert werden. „Der Entscheidung ist im Zuge der Vermögens- und Immobilienreform im Erzbistum Hamburg ein Prozess vorausgegangen, indem die Pfarrei mit ihren Mitgliedern ein Immobilienkonzept erarbeitet und ihre Seelsorgestandorte für die Zukunft bestimmt hat“, teilte die Erzdiözese mit. Erzbischof Stefan Heße habe „das von der Pfarrei erarbeitete und beschlossene Konzept genehmigt“.
Zur Zukunft der Gebäude hieß es lediglich: „Das Gelände und das Verwaltungsgebäude sollen weiterentwickelt werden.“ Alexander Becker, der Verwaltungsdirektor des Erzbistums Hamburg, gab zu Protokoll: „Wir werden das Gelände im Erbbaurecht an einen zukünftigen Nutzer veräußern.“ Konkretere Aussagen wurden noch nicht gemacht.
In der Erzdiözese Hamburg leben etwa 340.000 Katholiken, von denen 22.000 ihren Glauben durch den regelmäßigen sonntäglichen Messbesuch praktizieren, wie aus der Kirchenstatistik für 2024 hervorgeht. Der Anzahl der Taufen dort steht eine rund achtmal höhere Anzahl von Kirchenaustritten gegenüber.
Schwerin ist die Hauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern. In dem Bundesland leben rund 1,57 Millionen Menschen, von denen weniger als 50.000 katholisch sind. Das entspricht einem Anteil von etwas mehr als drei Prozent an der Bevölkerung.
