Tödlicher Angriff in Lyon: Junger Katholik stirbt nach politischer Gewalt

Tödlicher Angriff in Lyon: Junger Katholik stirbt nach politischer Gewalt

Ein 23-jähriger katholischer Student ist in Lyon an den Folgen eines schweren Angriffs am Rande einer politischen Veranstaltung gestorben. Der Verstorbene, Quentin Deranque, war erst vor kurzer Zeit zum Katholizismus konvertiert und engagierte sich in einer Gemeinde der traditionsverbundenen Priesterbruderschaft St. Petrus (FSSP). Von manchen Medien wird er als der extremen Rechten zugehörig bezeichnet.

Die Tat ereignete sich am Abend des 12. Februar in der Nähe des Hochschulinstituts „Institut d’études politiques“ in Lyon. Auslöser war ein Vortrag der Europaabgeordneten Rima Hassan von der Linkspartei „La France Insoumise“ (LFI).

Vor dem Gebäude hatte die konservative Frauengruppe „Collectif Némésis“ eine Protestaktion organisiert. Unterstützer des Verstorbenen gaben an, Deranque habe als Teil einer informellen Sicherheitsgruppe den Protest von Némésis abgesichert, als es zur Konfrontation mit Gegendemonstranten aus dem linksextremen Spektrum kam.

Nach Berichten französischer Medien waren etwa 40 bis 50 Personen an den gewaltsamen Auseinandersetzungen beteiligt. Der Student erlitt dabei durch massive Schläge und Tritte ein schweres Schädel-Hirn-Trauma.

Rettungskräfte versorgten ihn vor Ort und brachten ihn in kritischem Zustand in ein Krankenhaus, wo er ins künstliche Koma versetzt wurde. Nachdem Ärzte irreversible Hirnschäden festgestellt hatten, wurde am Samstagabend sein Tod bekanntgegeben. Laut Catholic Herald hat er vor seinem Tod noch die Krankensalbung empfangen.

In seinem Umfeld wird Deranque als engagierter junger Gläubiger gewürdigt. Die Organisation „Notre Dame de Chrétienté“, welche die jährliche traditionsverbundene Pfingstwallfahrt von Paris nach Chartres veranstaltet, teilte mit, er sei stellvertretender Leiter einer Lyoner Wallfahrtsgruppe gewesen und habe selbst an der Wallfahrt teilgenommen. Zudem habe er in seiner FSSP-Gemeinde den gregorianischen Choral erlernt und sich im Dienst an Obdachlosen engagiert.

Die juristische Aufarbeitung der Tat dauert an. Laut dem zuständigen Staatsanwalt sollen mindestens sechs Personen auf den am Boden liegenden Mann eingeschlagen haben. Der Anwalt der Familie erklärte in einer Stellungnahme, Deranque sei offenbar von „organisierten und ausgebildeten Personen, die zahlenmäßig weit überlegen und bewaffnet waren, einige mit maskierten Gesichtern“, überfallen worden.

Ein Augenzeuge namens Adem schilderte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP die Brutalität: „Ich hörte Geschrei, Leute schlugen sich gegenseitig mit Eisenstangen und so weiter.“ Er fügte hinzu: „Als ich am Tatort ankam, sah ich Menschen, die mit Blut bedeckt waren.“ Das „Collectif Némésis“ macht „antifaschistische“ Aktivisten für die Tat verantwortlich.

In Frankreich hat der Tod des Studenten eine scharfe politische Debatte ausgelöst. Minister Gérald Darmanin übte laut France 24 schwere Kritik an der politischen Linken: „Es war ganz klar die Ultralinke, die ihn getötet hat.“ Er warf Politikern der LFI vor, mit ihrer Rhetorik „ungezügelte Gewalt“ anzuheizen.

„Worte können töten“, so Darmanin weiter. Er kritisierte Rima Hassan und den LFI-Vorsitzenden Jean-Luc Mélenchon dafür, „kein Wort für die Familie des jungen Mannes zu sagen zu haben“. Innenminister Laurent Nunez erklärte gegenüber France 2, die „Ultralinke“ sei „eindeutig für den Anschlag verantwortlich“.

Staatspräsident Emmanuel Macron reagierte auf der Plattform X auf den Vorfall und verurteilte den „beispiellosen Gewaltausbruch“. Er schrieb: „Hass, der tötet, hat keinen Platz unter uns. Ich rufe zu Ruhe, Zurückhaltung und Respekt auf.“

Die Veranstaltung, gegen die Deranque demonstriert hatte, stand im Kontext anhaltender Kontroversen um die Referentin Rima Hassan. Die LFI-Politikerin steht wegen ihrer Äußerungen zum Nahostkonflikt in der Kritik. Laut der Jerusalem Post sprach sie von der „Legitimität“ bewaffneten Widerstands der Palästinenser.

Konservative Gruppen werteten ihre Einladung nach Lyon als Provokation. Bislang liegen keine Angaben zu namentlich identifizierten Tatverdächtigen vor. Polizei und Staatsanwaltschaft werten derzeit Videoaufnahmen und Spuren aus.

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