Einstiger Bundespräsident Wulff fordert von Kirche, Weg der Reformen weiterzugehen

Einstiger Bundespräsident Wulff fordert von Kirche, Weg der Reformen weiterzugehen

Der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff hat von der Kirche in Deutschland gefordert, den eingeschlagenen Weg der Reformen „mutig und entschlossen“ weiterzugehen.

Kurz vor der Wahl eines neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) nächste Woche sagte Wulff am Donnerstag der Augsburger Allgemeinen: „Reformen als geistlicher und kultureller Weg werden aus der Mitte der Kirche selbst erwartet, um glaubwürdig zu bleiben und die Botschaft des Evangeliums in unsere Zeit zu übersetzen.“

Konkret sprach er von „transparenteren Entscheidungsstrukturen“ und „einer ernsthaften Aufarbeitung von Fehlern und Schuld“, aber auch von „Frauen in Leitungsfunktionen“.

Wulff war von 2010 bis 2012 Bundespräsident und zuvor als CDU-Politiker Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Von 1988 bis 2008 war er mit Christiane Voigt verheiratet, dann von 2008 bis 2020 mit Bettina Körner. Nach einer ersten Trennung 2013 erfolgte 2015 die kirchliche Trauung. Nach der Scheidung 2020 heirateten Wulff und Körner 2023 erneut standesamtlich, bevor es 2025 erneut zur Scheidung kam. Von beiden Frauen hat Wulff jeweils ein Kind.

„Wenn Menschen im Alltag erleben, dass Kirche bereit ist zu lernen, dann gewinnt sie Vertrauen zurück“, zeigte sich Wulff überzeugt. „Gerade für unsere Demokratie und den gesellschaftlichen Zusammenhalt brauchen wir eine Kirche, die vertrauenerweckend, dialogbereit und nah bei den Menschen ist.“

Irme Stetter-Karp, die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), die gemeinsam mit dem scheidenden DBK-Vorsitzenden Bischof Georg Bätzing den umstrittenen deutschen Synodalen Weg geprägt hatte, sagte derselben Zeitung: „Ich habe keine Angst um den begonnenen Reformprozess in meiner Kirche. In den zurückliegenden Jahren hat sich viel bewegt. Was wir auf dem Synodalen Weg alle gemeinsam vorangebracht haben, lässt sich nicht mehr verrücken, kleinreden oder gar ungeschehen machen.“

Nun werde es auf den neuen DBK-Vorsitzenden ankommen, „auf seine Gestaltungskraft. Ganz persönlich, in Verantwortung für seine neue Aufgabe.“

Bei der Frühjahrs-Vollversammlung der deutschen Bischöfe nächste Woche in Würzburg geht es auch um die Zustimmung zur Satzung der Synodalkonferenz, die den Synodalen Weg in Deutschland verstetigen soll. Danach braucht es noch eine Bestätigung der Satzung durch den Vatikan. Der Knackpunkt ist die Idee des gemeinsamen Beratens und Entscheidens von Diözesanbischöfen und Nicht-Bischöfen. In der Satzung heißt es: „Sie berät und fasst Beschlüsse im Sinne ‚synodaler Entscheidungsprozesse‘ (vgl. Abschlussdokument der Bischofssynode, Nr. 94) zu wichtigen Fragen des kirchlichen Lebens von überdiözesaner Bedeutung.“

Der Vatikan unter Papst Franziskus und nun unter Papst Leo forderte trotz aller Kritik am Synodalen Weg nie förmlich, den Prozess mit seinen teils radikalen Änderungsbestrebungen an der überlieferten kirchlichen Lehre zu beenden und Gremien nur so einzurichten, wie es kirchenrechtlich problemlos möglich ist und wie sie in Deutschland auf allen Ebenen existieren.

Nun besteht die Lösung der deutschen Frage entweder darin, die Satzung zu genehmigen, womit alle bisherige vatikanische Kritik als substanzlos erscheinen würde, oder die Satzung abzulehnen, wodurch der Eindruck entstünde, dass der Vatikan erst dann durchgreift, wenn es um die Macht der Bischöfe geht, nicht aber zuvor, wenn zentrale Punkte der katholischen Lehre in Frage gestellt wurden – etwa in Sachen Frauenordination, aber auch, was homosexuelle Betätigung angeht.

Posted in

Werden Sie Teil der EWTN-Familie. Abonnieren Sie unseren Newsletter!

*Ich möchte zukünftig den wöchentlichen Newsletter von EWTN.TV mit Impulsen, Programmtips und Informationen rund um Ihren katholischen Fernsehsender per E-Mail empfangen. Diese Einwilligung kann am Ende jedes Newsletters widerrufen werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.